Geschichte neu erzählen
Geschichte wird heute fast immer als Aneinanderreihung von Kriegen und anderen mit Gewalt verbundenen Ereignissen berichtet. Was wäre, wenn wir Geschichte einmal aus gütekräftiger Sicht erzählen? Wenn Gewalt nur als Störung, als Unterbrechung oder als Anstoß übergeordneter gütekräftiger Prozesse dargestellt würde?
Wie könnte solch eine Geschichtsschreibung aussehen? In der KräftigeGüteStiftung haben wir leider nicht die Ressourcen, um Beispiele dafür zu liefern. Deshalb suchen wir Fachleute, die sich auf dieses Experiment einlassen, und einen Teil der Geschichte (regional, auf einen Zeitabschnitt bezogen oder auch in einem großen Zusammenhang) einmal aus gütekräftiger Sicht beschreiben: Kriege und Gewalt nicht verschweigen, aber den Schwerpunkt darauf setzen, welche Fortschritte ohne Gewalt erzielt wurden. Ob das möglich ist, haben wir mit unseren sehr beschränkten Mitteln einmal mit einer KI ausprobiert:
Version 1: "Die letzten 200 Jahre als Kriegschronik"
Die moderne Geschichte ist stark geprägt von Konflikten zwischen Staaten, Ideologien und Machtblöcken. Im 19. Jahrhundert führen Nationalstaatsbildungen und imperiale Rivalitäten zu zahlreichen Kriegen, etwa den Einigungskriegen in Europa. Gleichzeitig dehnen europäische Mächte ihre Kolonialreiche oft gewaltsam aus.
Der Erste Weltkrieg (1914–1918) markiert einen Wendepunkt: Industriell geführter Massenkrieg fordert Millionen Tote und beendet mehrere Großreiche. Die instabile Nachkriegsordnung und wirtschaftliche Krisen begünstigen radikale Ideologien.
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) eskaliert diese Entwicklung: Er wird zum globalen Vernichtungskrieg mit beispielloser Gewalt, einschließlich des Holocaust und der Atombombenabwürfe auf Japan. Die Weltordnung wird danach neu geformt.
Es folgt der Kalte Krieg: ein jahrzehntelanger Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion. Zwar vermeiden beide einen direkten Krieg, doch es kommt zu zahlreichen Stellvertreterkriegen, etwa in Korea und Vietnam. Gleichzeitig entstehen militärische Bündnisse und ein nukleares Wettrüsten.
Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 verschwinden Konflikte nicht: Regionale Kriege, Terrorismus und neue geopolitische Spannungen prägen die Welt, etwa im Nahen Osten oder durch den Krieg in der Ukraine.
Version 2: "Die letzten 200 Jahre aus gütekräftiger Sicht"
Die Menschheit hat in den letzten zwei Jahrhunderten enorme Fortschritte gemacht – nicht, weil sie Kriege geführt hat, sondern obwohl sie es getan hat. Die entscheidenden Entwicklungen beruhen fast immer auf Zusammenarbeit: Wissenschaftler teilen Wissen über Grenzen hinweg, Menschen organisieren sich, helfen einander und bauen gemeinsam bessere Lebensbedingungen auf.
Die Industrialisierung brachte nicht nur Maschinen hervor, sondern auch soziale Bewegungen: Arbeiterrechte, Bildung für alle, Gesundheitsversorgung. Diese Verbesserungen entstanden durch Engagement, Empathie und den Wunsch nach einem würdigeren Leben.
Die Weltkriege zeigen vor allem eines: wie katastrophal Gewalt als „Lösung“ ist. Die eigentlichen Fortschritte folgten danach – Versöhnung, internationale Zusammenarbeit, Institutionen wie die Vereinte Nationen oder die Europäische Union. Besonders Europa ist ein Beispiel: Aus jahrhundertelangen Feindschaften wurde ein Raum des Friedens.
Auch die Dekolonisierung, Bürgerrechtsbewegungen und Gleichberechtigungsprozesse sind Ausdruck von Gütekraft: Menschen setzen sich friedlich für Würde, Freiheit und Teilhabe ein – oft gegen massive Widerstände.
Im 21. Jahrhundert zeigt sich Fortschritt vor allem in globaler Kooperation: bei Wissenschaft, Klimaforschung oder Pandemiebekämpfung. Probleme bleiben – aber Lösungen entstehen dort, wo Menschen sich verbinden statt bekämpfen.
Die kriegerische Darstellung ist überrepräsentiert.
Deshalb möchten wir Geschichtsdarstellung jenseits des üblichen Fokus auf Krieg und Gewalt fördern. Wir bieten Honorar und Recherchebudget – nicht für bestimmte Ergebnisse, sondern für seriöse, unabhängige Arbeit mit voller wissenschaftlicher / journalistischer Freiheit:
Gesucht werden Historiker:innen, Filmemacher:innen und Creators,
die Geschichte aus dem Blickwinkel kooperativer, gewaltfreier und gütekräftiger Effekte erzählen.
Interessiert? Bitte schreibe uns Deine Gedanken formlos als EMail an r.wiesemann@KraeftigeGueteStiftung.de
